Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Es war einmal eine arme Frau, die gebar ein Söhnlein, und weil es eine Glückshaut umhatte, als es zur Welt kam, so ward ihm geweissagt, es werde im vierzehnten Jahr die Tochter des Königs zur Frau haben.

Es trug sich zu, dass der König bald darauf ins Dorf kam, und niemand wusste, dass es der König war, und als er die Leute fragte, was es Neues gäbe, so antworteten sie: „Es ist in diesen Tagen ein Kind mit einer Glückshaut geboren: was so einer unternimmt, das schlägt ihm zum Glück aus. Es ist ihm auch vorausgesagt, in seinem vierzehnten Jahre solle er die Tochter des Königs zur Frau haben.“

Der König, der ein böses Herz hatte und über die Weissagung sich ärgerte, ging zu den Eltern, tat ganz freundlich und sagte: „Ihr armen Leute, überlasst mir euer Kind, ich will es versorgen.“ Anfangs weigerten sie sich, da aber der fremde Mann schweres Gold dafür bot und sie dachten: „Es ist ein Glückskind, es muss doch zu seinem Besten ausschlagen,“ so willigten sie endlich ein und gaben ihm das Kind.

Der König legte es in eine Schachtel und ritt damit weiter, bis er zu einem tiefen Wasser kam; da warf er die Schachtel hinein und dachte: „Von dem unerwarteten Freier habe ich meine Tochter geholfen.“

Die Schachtel aber ging nicht unter, sondern schwamm wie ein Schiffchen, und es drang auch kein Tröpfchen Wasser hinein. So schwamm sie bis zwei Meilen von des Königs Hauptstadt, wo eine Mühle war, an dessen Wehr sie hängen blieb. Ein Mahlbursche, der glücklicherweise da stand und sie bemerkte, zog sie mit einem Haken heran und meinte grosse Schätze zu finden, als er sie aber aufmachte, lag ein schöner Knabe darin, der ganz frisch und munter war. Er brachte ihn zu den Müllersleuten, und weil diese keine Kinder hatten, freuten sie sich und sprachen: „Gott hat es uns beschert.“ Sie pflegten den Findling wohl, und er wuchs in allen Tugenden heran.

Es trug sich zu, dass der König einmal bei einem Gewitter in die Mühle trat und die Müllersleute fragte, ob der grosse Junge ihr Sohn wäre. „Nein,“ antworteten sie, „es ist ein Findling, er ist vor vierzehn Jahren in einer Schachtel ans Wehr geschwommen, und der Mahlbursche hat ihn aus dem Wasser gezogen.“ Da merkte der König, dass es niemand anders als das Glückskind war, das er ins Wasser geworfen hatte, und sprach: „Ihr guten Leute, könnte der Junge nicht einen Brief an die Frau Königin bringen, ich will ihm zwei Goldstücke zum Lohn geben?“ – „Wie der Herr König gebietet,“ antworteten die Leute, und hiessen den Jungen sich bereit halten. Da schrieb der König einen Brief an die Königin, worin stand: „Sobald der Knabe mit diesem Schreiben angelangt ist, soll er getötet und begraben werden, und das alles soll geschehen sein, ehe ich zurückkomme.“

Der Knabe machte sich mit diesem Briefe auf den Weg, verirrte sich aber und kam abends in einen grossen Wald. In der Dunkelheit sah er ein kleines Licht, ging darauf zu und gelangte zu einem Häuschen. Als er hineintrat, sass eine alte Frau beim Feuer ganz allein. Sie erschrak, als sie den Knaben erblickte, und sprach: „Wo kommst du her und wo willst du hin?“ – „Ich komme von der Mühle,“ antwortete er, „und will zur Frau Königin, der ich einen Brief bringen soll; weil ich mich aber in dem Walde verirrt habe, so wollte ich hier gerne übernachten.“ – „Du armer Junge,“ sprach die Frau, „du bist in ein Räuberhaus geraten, und wenn sie heim kommen, so bringen sie dich um.“ – „Mag kommen, wer will,“ sagte der Junge, „ich fürchte mich nicht; ich bin aber so müde, dass ich nicht weiter kann,“ streckte sich auf eine Bank und schlief ein.

Bald hernach kamen die Räuber und fragten zornig, was da für ein fremder Knabe läge. „Ach,“ sagte die Alte, „es ist ein unschuldiges Kind, es hat sich im Walde verirrt, und ich habe ihn aus Barmherzigkeit aufgenommen: er soll einen Brief an die Frau Königin bringen.“ Die Räuber erbrachen den Brief und lasen ihn, und es stand darin, dass der Knabe sogleich, wie er ankäme, sollte ums Leben gebracht werden. Da empfanden die hartherzigen Räuber Mitleid, und der Anführer zerriss den Brief und schrieb einen andern, und es stand darin, sowie der Knabe ankäme, sollte er sogleich mit der Königstochter vermählt werden. Sie liessen ihn dann ruhig bis zum andern Morgen auf der Bank liegen, und als er aufgewacht war, gaben sie ihm den Brief und zeigten ihm den rechten Weg.

Die Königin aber, als sie den Brief empfangen und gelesen hatte, tat, wie darin stand, hiess ein prächtiges Hochzeitsfest anstellen, und die Königstochter ward mit dem Glückskind vermählt; und da der Jüngling schön und freundlich war, so lebte sie vergnügt und zufrieden mit ihm.

Nach einiger Zeit kam der König wieder in sein Schloss und sah, dass die Weissagung erfüllt und das Glückskind mit seiner Tochter vermählt war. „Wie ist das zugegangen?“ sprach er, „ich habe in meinem Brief einen ganz andere Befehl erteilt.“ Da reichte ihm die Königin den Brief und sagte, er möchte selbst sehen, was darin stände. Der König las den Brief und merkte wohl, dass er mit einem andern war vertauscht worden. Er fragte den Jüngling, wie es mit dem anvertrauten Briefe zugegangen wäre, warum er einen andern dafür gebracht hätte. „Ich weiss von nichts,“ antwortete er, „er muss mir in der Nacht vertauscht sein, als ich im Walde geschlafen habe.“

Voll Zorn sprach der König: „So leicht soll es dir nicht werden, wer meine Tochter haben will, der muss mir aus der Hölle drei goldene Haare von dem Haupt des Teufels holen; bringst du mir, was ich verlange, so sollst du meine Tochter behalten. “ Damit hoffte der König ihn auf immer los zu werden. Das Glückskind aber antwortete: „Die goldenen Haare will ich wohl holen, ich fürchte mich vor dem Teufel nicht.“

Darauf nahm er Abschied und begann seine Wanderschaft. Der Weg führte ihn zu einer grossen Stadt, wo ihn der Wächter an dem Tore ausfragte, was für ein Gewerbe er verstände und was er wüsste. „Ich weiss alles,“ antwortete das Glückskind. „So kannst du uns einen Gefallen tun,“ sagte der Wächter, „wenn du uns sagst, warum unser Marktbrunnen, aus dem sonst Wein quoll, trocken geworden ist, und nicht einmal mehr Wasser gibt.“ – „Das sollt ihr erfahren,“ antwortete er, „wartet nur, bis ich wiederkommen. Da ging er weiter und kam vor eine andere Stadt, da fragte der Torwächter wiederum, was für ein Gewerb er verstünde und was er wüsste. „Ich weiss alles,“ antwortete er. „So kannst du uns einen Gefallen tun und uns sagen, warum ein Baum in unserer Stadt, der sonst goldene Äpfel trug, jetzt nicht einmal Blätter hervortreibt.“ – „Das sollt ihr erfahren,“ antwortete er, „wartet nur, bis ich wiederkommen. Da ging er weiter, und kam an ein grosses Wasser, über das er hinüber musste. Der Fährmann fragte ihn, was er für ein Gewerbe verstände und was er wüsste. „Ich weiss alles,“ antwortete er. „So kannst du mir einen Gefallen tun,“ sprach der Fährmann, „und nur sagen, warum ich immer hin- und herfahren muss und niemals abgelöst werde.“ – „Das sollst du erfahren,“ antwortete er, „warte nur, bis ich wiederkomme.

Als er über das Wasser hinüber war, so fand er den Eingang zur Hölle. Es war schwarz und russig darin, und der Teufel war nicht zu Haus, aber seine Ellermutter sass da in einem breiten Sorgenstuhl. „Was willst du?“ sprach sie zu ihm, sah aber gar nicht so böse aus. „Ich wollte gerne drei goldene Haare von des Teufels Kopf,“ antwortete er, „sonst kann ich meine Frau nicht behalten.“ – „Das ist viel verlangt,“ sagte sie, „wenn der Teufel heim kommt und findet dich, so geht dir’s an den Kragen; aber du dauerst mich, ich will sehen, ob ich dir helfen kann.“ Sie verwandelte ihn in eine Ameise und sprach: „Kriech in meine Rockfalten, da bist du sicher.“ – „Ja,“ antwortete er, „das ist schon gut, aber drei Dinge möchte ich gerne noch wissen, warum ein Brunnen, aus dem sonst Wein quoll, trocken geworden ist, jetzt nicht einmal mehr Wasser gibt: warum ein Baum, der sonst goldene Äpfel trug, nicht einmal mehr Laub treibt: und warum ein Fährmann immer herüber- und hinüberfahren muss und nicht abgelöst wird.“ – „Das sind schwere Fragen,“ antwortete sie, „aber halte dich nur still und ruhig, und hab acht, was der Teufel spricht, wann ich ihm die drei goldenen Haare ausziehe.“

Als der Abend einbrach, kam der Teufel nach Haus. Kaum war er eingetreten, so merkte er, dass die Luft nicht rein war. „Ich rieche, rieche Menschenfleisch,“ sagte er, „es ist hier nicht richtig.“ Dann guckte er in alle Ecken und suchte, konnte aber nichts finden. Die Ellermutter schalt ihn aus: „Eben ist erst gekehrt,“ sprach sie, „und alles in Ordnung gebracht, nun wirfst du mir’s wieder untereinander; immer hast , du Menschenfleisch in der Nase! Setze dich nieder und iss dein Abendbrot.“ Als er gegessen und getrunken hatte, war er milde, legte der Ellermutter seinen Kopf in den Schoss und sagte, sie sollte ihn ein wenig lausen. Es dauerte nicht lange, so schlummerte er ein, blies und schnarchte. Da fasste die Alte ein goldenes Haar, riss es aus und legte es neben sich. „Autsch!“ schrie der Teufel, „was hast du vor?“

„Ich habe einen schweren Traum gehabt,“ antwortete die Ellermutter, „da hab ich dir in die Haare gefasst.“ – „Was hat dir denn geträumt?“ fragte der Teufel. „Mir hat geträumt, ein Marktbrunnen, aus dem sonst Wein quoll, sei versiegt, und es habe nicht einmal Wasser daraus quellen wollen, was ist wohl schuld daran?“ – „He, wenn sie’s wüssten!“ antwortete der Teufel, „es sitzt eine Kröte unter einem Stein im Brunnen, wenn sie die töten, so wird der Wein schon wieder fliessen.“

Die Ellermutter lauste ihn wieder, bis er einschlief und schnarchte, dass die Fenster zitterten. Da riss sie ihm das zweite Haar aus. „Hu! was machst du?“ schrie der Teufel zornig. „Nimm’s nicht übel,“ antwortete sie, „ich habe es im Traum getan.“ – „Was hat dir wieder geträumt?“ fragte er. „Mir hat geträumt, in einem Königreiche ständ ein Obstbaum, der hätte sonst goldene Äpfel getragen und wollte jetzt nicht einmal Laub treiben. Was war wohl die Ursache davon?“

„He, wenn sie’s wüssten!“ antwortete der Teufel, „an der Wurzel nagt eine Maus, wenn sie die töten, so wird er schon wieder goldene Äpfel tragen, nagt sie aber noch länger, so verdorrt der Baum gänzlich. Aber lass mich mit deinen Träumen in Ruhe, wenn du mich noch einmal im Schlafe störst, so kriegst du eine Ohrfeige.“ Die Ellermutter sprach ihn zu gut und lauste ihn wieder, bis er eingeschlafen war und schnarchte. Da fasste sie das dritte goldene Haar und riss es ihm aus. Der Teufel fuhr in die Höhe, schrie und wollte übel mit ihr wirtschaften, aber sie besänftigte ihn nochmals und sprach: „Wer kann für böse Träume!“

„Was hat dir denn geträumt?“ fragte er, und war doch neugierig. „Mir hat von einem Fährmann geträumt, der sich beklagte, dass er immer hin- und herfahren musste, und nicht abgelöst würde. Was ist wohl schuld?“ – „He, der Dummbart! “ antwortete der Teufel, „wenn einer kommt und will überfahren, so muss er ihm die Stange in die Hand geben, dann muss der andere überfahren, und er ist frei.“ Da die Ellermutter ihm die drei goldenen Haare ausgerissen hatte und die drei Fragen beantwortet waren, so liess sie den alten Drachen in Ruhe, und er schlief, bis der Tag anbrach. Als der Teufel wieder fortgezogen war, holte die Alte die Ameise aus der Rockfalte, und gab dem Glückskind die menschliche Gestalt zurück.

„Da hast du die drei goldenen Haare,“ sprach sie, „was der Teufel zu deinen drei Fragen gesagt hat, wirst du wohl gehört haben.“ – „Ja,“ antwortete er, „ich habe es gehört und will’s wohl behalten.“ – „So ist dir geholfen,“ sagte sie „und nun kannst du deiner Wege ziehen.“ Er bedankte sich bei der Alten für die Hilfe in der Not, verliess die Hölle und war vergnügt, dass ihm alles so wohl geglückt war. Als er zu dem ‚Fährmann kam, sollte er ihm die versprochene Antwort geben. „Fahr mich erst hinüber,“ sprach das Glückskind, „so will ich dir sagen, wie du erlöst wirst,“ und als er auf dem jenseitigen Ufer angelangt war, gab er ihm des Teufels Rat „wenn wieder einer kommt und will übergefahren sein, so gib ihm nur die Stange in die Hand.“

Er ging weiter und kam zu der Stadt, worin der unfruchtbare Baum stand, und wo der Wächter auch Antwort haben wollte. Da sagte er ihm, wie er vom Teufel gehört hatte, „tötet die Maus, die an seiner Wurzel nagt, so wird er wieder goldene Äpfel tragen.“ Da dankte ihm der Wächter und gab ihm zur Belohnung zwei mit Gold beladene Esel, die mussten ihm nachfolgen. Zuletzt kam er zu der Stadt, deren Brunnen versiegt war. Da sprach er zu dem Wächter, wie der Teufel gesprochen hatte: „Es sitzt eine Kröte im Brunnen unter einem Stein, die müsst ihr aufsuchen und töten, so wird er wieder reichlich Wein geben.“ Der Wächter dankte und gab ihm ebenfalls zwei mit Gold beladene Esel.

Endlich langte das Glückskind daheim bei seiner Frau an, die sich herzlich freute, als sie ihn wiedersah und hörte, wie wohl ihm alles gelungen war. Dem König brachte er, was er verlangt hatte, die drei goldenen Haare des Teufels, und als dieser die vier Esel mit dem Golde sah, ward er ganz vergnügt und sprach: „Nun sind alle Bedingungen erfüllt und du kannst meine Tochter behalten. Aber, lieber Schwiegersohn, sage mir doch, woher ist das viele Gold? Das sind ja gewaltige Schätze!“ – „Ich bin über einen Fluss gefahren,“ antwortete er, „und da habe ich es mitgenommen, es liegt dort statt des Sandes am Ufer.“ – „Kann ich mir auch davon holen?“ sprach der König und war ganz begierig.“ So viel Ihr nur wollt,“ antwortete er, „es ist ein Fährmann auf dem Fluss, von dem lasst Euch überfahren, so könnt Ihr drüben Eure Säcke füllen.“

Der habsüchtige König machte sich in aller Eile auf den Weg, und als er zu dem Fluss kam, so winkte er dem Fährmann, der sollte ihn übersetzen. Der Fährmann kam und hiess ihn einsteigen, und als sie an das jenseitige Ufer kamen, gab er ihm die Ruderstange in die Hand und sprang davon. Der König aber musste von nun an fahren zur Strafe für seine Sünden. „Fährt er wohl noch?“ – „Was denn? es wird ihm niemand die Stange abgenommen haben.“

( Bild: Pixabay Text: Gebrüder Grimm Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

 

 

Auf ein Wort

Frau Nahles entspricht dem „modernen Frauenbild der SPD“ (Originalton der Partei) weil sie ganztags arbeitet, und ein Kind erzieht. Wenn es modern ist, das die Kinder den ganzen Tag von den Eltern getrennt sind, und sie nur noch vor dem Schlafengehen sehen, wenn überhaupt, das ist nach meiner Meinung das Kindeswohl in höchster Gefahr. Wie soll denn dann noch ein normales Familenleben mit normaler Kinder-Elternbindung stattfinden? Wenn sich die Eltern nur noch im Beruf abrackern müssen, um über die Runden zu kommen, dann bleibt die Nestwärme, und damit das Kindeswohl zwangsläufig auf der Strecke. Nach meiner Meinung gehört die Mutter bis zu einem gewissen Alter des Kindes nach Hause, und nicht an das Fließband, auch wenn mich jetzt die SPD und einige andere für total „unmodern“ halten, das ist mir egal.

( Bild: Pixabay Text: Blogkaruss )

 

Sternenhimmel

12

Sterne am Himmel von Wolken umhüllt. Wollen die Sterne sich verstecken oder die Wolken sie einfach verschleiern?
Als Kinder sahen wir zu den Wolken und sahen Tiere und unsere Träume in ihnen fliegen, heute sehen wir sie meist nur als Vorboten des Regens. Sterne faszinierten schon immer. Sie
erleuchten die dunkle Nacht. Die Dunkelheit die vielen ein wenig Unbehagen bereitet. Auch sie lassen sich zu Bildern formen. Ob Sternbilder oder die, die man selbst sich ausmalt.

Wolken sind für uns meist nur noch grau, damals haben wir sie mit Schäfchen verglichen, aber genau betrachtet, sind Schafe auch so weiß nicht.Vielleicht sollten wir öfter wieder zu den Wolken schauen und unsere Fantasie leben lassen oder Sterne zu unseren Bildern malen. Denn die Phantasie ist grenzenlos an Möglichkeiten und hat die schönste Farbpalette.

( Bild: Pixabay Text: Blogkarussell )

 

Humor

Es ist schlimm, in einem Lande zu leben, in dem es keinen Humor gibt. Aber noch schlimmer ist es, in einem Lande zu leben, in dem man Humor braucht.

( Bild: Pixabay Text: Bertold Brecht )

 

Hölle

Unwissend, wo sich dieses Objekt befindet,rief ich verzweifelt die Freundin eines Kollegen an. Sie konnte mir helfen,wo ich es finden könnte. Langsam ging ich die Straße entlang,vorbei an dem angegeben Ort – umdrehen. Ich erblickte eine hell blaue Schrifttafel oben am Ladeneingang. Gezielt steuere ich das Geschäft an und gehe rein. Ich bereue es direkt,denn was ich sehe,ist eine Horde sabbernder und freudig erregter Frauen, die nur fixiert sind auf die Produkte,die dort in den Regalen stehen. Ich komme mir beobachtet vor und blicke mich um – keine männliche Person zu entdecken. Ich erblicke eine Rolltreppe, gehe allerdings zuerst die untere Etage,in der ich eh schon stehe entlang. Die Düfte in meiner Nase bringen mich bereits jetzt schon um den Verstand. Ich stehe wirklich in „Douglas“. Unsicher blicke ich mich nach Hilfe um…alle Verkäuferinnen beschäftigt. Ich nehme die Rolltreppe nach oben… im Gegensatz zu unten ist es fast leer…ausgestorben. Ich entdecke eine Verkäuferin,die gerade eine andere Frau berät. ich warte….stehe eine Minute lang doof in der Gegend rum,weil ich keine Ahnung von NIX in diesem Laden habe. Endlich komme ich dran…ich gebe Auskunft darüber,was und für wen ich etwas suche. Mir wird ein Duft gezeigt und werde zur Kasse geschickt,nachdem ich es für „riecht süss..joa…oaaa…ist das gut?“ befunden habe.
Und dann dauert das einpacken auch nochmal 10 Minuten.
Ich will da nie wieder alleine hin…schrecklich als Mann !

( Bild: Pixabay Text: Blogkarussell

 

Schicksal

Sie war alleine daheim. Sie setzte sich auf das Balkongeländer und blickte hinab in den Garten, auf die Strasse, zu den Nachbarn. Sie fühlte sich allein. Es wurde ihr schmerzlich bewusst wie alleine sie war, nicht weil ihre Eltern nicht da waren, nicht weil ihre beste Freundin im Urlaub war und auch nicht weil ihr Freund so weit weg war. Das war sogar alles gut so. So konnte sie wenigstens über sich nachdenken, sich selbst finden. Mal wieder. Sie musste sich selbst finden. Wie sich das anhörte, hatte sie sich denn verloren? Ja, sie hatte sich in sich selbst verloren. Allein schon wie das klang, richtig psychopathisch. Aber vielleicht war sie ja genau das, ein Psychopath. Ihr Blick fiel auf den alten Mann, der gerade vorbei ging. Er sah resigniert aus und er ging so schnell. Wohin er wohl ging? Und schon war er aus ihrem Blickfeld verschwunden und sie war wieder alleine. Gestern war sie auf einer Party gewesen. Sie hatte sich amüsiert, dort waren auch Freundinnen von ihr. Sie hatten getanzt, getrunken und sie hatte ihren Spass. Als sie dann aber heute Nacht dort aufwachte, neben diesem fremden Kerl – sie hatten beide noch Kleider an – war ihr kotzübel und sie erinnerte sich an fast nichts mehr. Sie erinnerte sich aber sowieso an wenig in letzter Zeit. Sie war verwirrt, fühlte sich einfach nicht gut, aber dennoch tat sie so als sei alles in Ordnung in der Schule, in ihrer Beziehung, bei ihren Freunden. Ihr ging es ja auch nicht schlecht. Es war ja nichts ‚Schreckliches‘ geschehen. Dennoch ging es ihr nicht gut, denn ihr fehlte etwas. Sie wusste nicht was. Da kam der Mann wieder, er lief mitten in der Straße mit dem gleichen Gesichtsausdruck, anderer Kleidung, Anzug. Es war dunkler. Die Sonne ging gerade unter. Er ging langsamer, blieb fast stehen, blickte direkt in die Sonne und stand mitten in der Kreuzung, wo ihn der Autofahrer nicht sah. Er wurde erfasst, war sofort tot, obwohl sie die Bremsen quietschen hörte. Der Autofahrer war schockiert. Sie hatte rausgefunden, was fehlte. Es würde nie mehr fehlen. Sie hatte erkannt, dass der Sinn ihres Lebens zu leben war…

Er war 79. Seine Frau hatte er genau vor einem Jahr bestatten lassen. Seine Kinder waren alle ausgezogen, sogar das Nesthäckchen, sein Sohn Marius, wenn auch erst mit 32. Er war sowieso der jüngste gewesen. Er war froh, dass sich Marius noch um ihn kümmerte, vorallem nach der Beerdigung. Er hätte es wahrscheinlich alleine nicht geschafft, aber nun hatte Marius endlich Arbeit als Neurologe an der Uniklinik Regensburg gefunden. Das war seine Traumstelle und sein Sohn hätte nicht jeden Tag über 100km zur Arbeit fahren können. Das konnte er nicht von ihm verlangen. Er freute sich einfach für ihn. Trotzdem fühlte er sich allein gelassen und auf eine gewisse Weise machte es ihn wütend, aber mehr auf sich als auf die anderen. Warum? Das wusste er nicht. Vielleicht weil er so eigenbrötlerisch lebte und so wenige Freunde hatte, die jetzt auch tot waren? Vielleicht auch weil er immer zu viel getrunken hatte und seine Frau damit krank gemacht hatte? Diese Gedanken schweiften durch seinen Kopf, als er mitten auf dieser kleinen Strasse ging, in seinem besten schwarzen Anzug. Er wollte nochmal zum Grab schauen, noch ein letztes Mal bevor er ins Krankenhaus ging, um sich durchchecken zu lassen. Alles nur Routine. Eigentlich hatte er sein Leben vergeudet. Er hatte zwar drei Kinder, aber er hatte mit der Erziehung nie wirklich was am Hut gehabt. Das war immer die Sache seiner Frau. Er hatte eigentlich nur gearbeitet, damit er nun eine kleine Rente bekam. Zu wenig um richtig gut zu leben, zu viel um zu verhungern. Er hörte das Auto nicht. Es ergriff ihn von hinten. Er spürte nicht mal Schmerz. Er schrie nicht auf. Er sah nur noch Licht. Er war nicht mehr allein. Er war tot…

Er sah den alten Mann nicht, bevor er nicht direkt vor ihm stand. Er versuchte zu bremsen, aber es war zu spät und er zu schnell. Der alte Mann war sofort tot als er ihn erfasste. Ihm passierte nichts. Nur ein Schock. Später erfuhr er, dass der Mann Maximilian Huber hieß, 79 war, seine Frau verloren hatte und eigentlich sonst ein normaler Mann war. Niemand außergewöhnliches. Trotzdem hatte er sein Leben zur Gänze verändert. Er würde nie mehr Auto fahren. Er machte es sich zur Lebensaufgabe, Kindern die Verkehrsregeln zu lehren. Versuchte aus diesem schrecklichen Ereignis etwas Gutes zu machen, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Er schaffte es nie und er verstand dieses Mädchen auf der Bestattung von Hrn. Huber nie, die zu ihm kam und nur ein Wort sagte: „Danke.“. Damit war sie verschwunden, keiner auf der Trauerfeier kannte sie. Sie warf rote Rosen ins Grab. Rot wie ihre Haare. Er wusste, dass er sie schon mal gesehen hatte, aber nicht wo. Er würde nie herausfinden, dass sie den Unfall beobachtet hatte, dass er sie gerettet hatte.

( Bild: Pixabay Text: Gastbeitrag

Strudel

In dem großen Strudel von Kräften steht der Mensch und bildet sich ein, jener Strudel sein vernünftig und habe einen vernünftigen Zweck: Irrtum! Das einzige Vernünftige, was wir kennen, ist das bißchen Vernunft des Menschen. Er muß es sehr anstrengen, und es läuft immer zu seinem Verderben aus, wenn er sich etwa der „Vorsehung“ überlassen wollte.

( Bild: Pixabay Text: Friedrich Wilhelm Nietzsche)

Langeweile & Wahnsinn

Als die Langeweile zum dritten Mal gähnte, schlug der Wahnsinn wie immer sehr gewitzt vor: „Lasst uns Verstecken spielen!“ Die Intrige hob die Augenbraue, und die Neugierde konnte sich nicht mehr zurückhalten und fragte: „Verstecken? Was ist das?“ „Das ist ein Spiel“, sagte der Wahnsinn. „Ich verstecke mein Gesicht und fange an zu zählen, von eins bis eine Million. Inzwischen versteckt Ihr Euch. Wenn ich das Zählen beendet habe, wird der erste von Euch, den ich finde meinen Platz einnehmen um das Spiel danach fortzusetzen.“ Die Begeisterung und die Euphorie tanzten vor Freude. Die Freude machte so viele Sprünge, dass sie den letzten Schritt tat, um den Zweifel zu überzeugen und sogar die Gleichgültigkeit, die sonst wenig Interesse hatte, machte mit. Aber nicht alle wollten teilnehmen: Die Wahrheit bevorzugte es, sich nicht zu verstecken, wozu? Zum Schluss würde man sie immer entdecken. Der Stolz meinte, dass es ein dummes Spiel sei (im Grunde ärgerte es sich, dass die Idee nicht von ihm kam) und die Feigheit zog vor, nichts zu riskieren. „Eins…zwei…drei…vier…“, begann der Wahnsinn zu zählen. Als Erste versteckte sich die Trägheit, die sich gleich hinter den ersten Stein fallen ließ. Der Glaube stieg zum Himmel empor und die Eifersucht versteckte sich hinter dem Schatten des Triumphes, der es aus eigener Kraft geschafft hatte, bis zur höchsten Baumkrone zu gelangen. Die Großzügigkeit schaffte es kaum, sich zu verstecken, da sie bei allen Verstecken, die sie ausfindig machte, glaubte, ein wunderbares Versteck für einen ihrer Freunde gefunden zu haben: Ein kristallklarer See – ideal für die Schönheit. Der Spalt eines Baumes – perfekt für die Angst. Der Flug eines Schmetterlings – das Beste für die Wolllust. Ein Windstoß… großartig für die Freiheit… und sie versteckte sich auf einem Sonnenstrahl. Der Egoismus dagegen fand von Anfang an einen sehr guten Ort, luftig, gemütlich… aber nur für ihn allein. Die Lüge versteckte sich im Meeresgrund (stimmt nicht, in Wirklichkeit versteckte sie sich hinter dem Regenbogen). Die Leidenschaft und das Verlangen im Zentrum des Vulkans. Die Vergesslichkeit… ich hab vergessen wo sie sich versteckte, aber das ist nicht so wichtig.

Als der Wahnsinn 999.999 zählte, hatte die Liebe noch kein Versteck gefunden. Alle Plätze schienen besetzt zu sein… bis sie den Rosenstrauch erblickte und sich gerührt entschloss, sich in einer Blüte zu verstecken. „Eine Million!“, zählt der Wahnsinn laut und begann zu suchen. Die Erste, die entdeckt wurde, war die Trägheit, nur drei Schritte vom ersten Stein entfernt. Danach hörte man den Glauben, der mit Gott im Himmel über Theologie diskutierte. Die Leidenschaft und das Verlangen hörte man im Vulkan vibrieren. In einem unachtsamen Moment fand er die Eifersucht und so natürlich auch den Triumph. Den Egoismus brauchte er gar nicht suchen, ganz allein kam er aus seinem Versteck, das sich als Bienennest herausgestellt hatte. Vom vielen Laufen empfand der Wahnsinn Durst und als er sich dem See näherte, entdeckte er die Schönheit. Mit dem Zweifel war es noch einfacher, er fand ihn auf dem Zaun sitzend, da dieser sich nicht hatte entscheiden können, auf welcher Seite er sich verstecken sollte. So fand er einen nach dem anderen. Das Talent hinter dem frischen Gras, die Angst in einer dunklen Höhle, Die Lüge hinter dem Regenbogen -stimmt nicht, sie war im Seegrund- und sogar die Vergesslichkeit… die schon wieder vergessen hatte, dass sie verstecken spielte. Nur die Liebe tauchte nirgendwo auf. Der Wahnsinn suchte hinter jedem Baum, in jedem Bach dieses Planeten, auf jedem Berg und als er schon aufgeben wollte, erblickte er die Rosen. Mit einem Stöckchen fing er an die Zweige zu bewegen, als auf einmal ein schmerzlicher Schrei aufkam. Die Dornen hatten der Liebe die Augen zerstochen. Der Wahnsinn war hilflos und wusste nicht, wie er seine Tat wieder gut machen sollte. Er weinte, entschuldigte sich bei ihr und versprach der Liebe, für immer ihr Begleiter zu sein.
Seit jener Zeit ist die Liebe blind und der Wahnsinn ihr ständiger Begleiter.

( Bild: Pixabay Text: Unbekannt Teilen und kopieren nur mit Quellenangaben)

 

Der 3. Oktober

Es jährt sich heute zum 27. Mal der Tag der Deutschen Einheit. Ein großartiger Tag – für uns alle. Am 3. Oktober 1990 wurde der Einigungsvertrag unterzeichnet und wird seitdem jährlich mehr oder weniger groß gefeiert. Wofür er steht ist hinlänglich bekannt … ich möchte ihm heute eine andere, vielleicht kleinere, aber deswegen nicht minder wichtige persönliche Bedeutung verleihen und damit ein wenig zum Nachdenken anregen. Ich möchte den 3. Oktober zum Tag der Verbundenheit machen.
Der Duden umschreibt den Begriff Einheit mit „in sich geschlossene Ganzheit, Verbundenheit; als Ganzes wirkende Geschlossenheit, innere Zusammengehörigkeit“ – aber: Sind wir das heute wirklich, eine geschlossene Ganzheit, die sich durch Zusammengehörigkeit auszeichnet? Ich meine, nein – von der als „Ganzes wirkenden Geschlossenheit“ trennt uns leider noch einiges… Denke nur an Stichworte wie Migranten, Minderheiten, Frauen, Kinder – viel zu viele Menschen sind heute bei uns noch ausgeschlossen aus dem großen Ganzen. Sei es, weil sie eine andere Kultur pflegen als die unsere, sei es, weil sie eine andere sexuelle Orientierung leben oder sei es, weil sie nicht dem „starken männlichen“ Geschlecht angehören. Menschen, die nicht dem gängigen Klischee entsprechen, werden weiterhin oftmals gesellschaftlich ausgegrenzt, Frauen, die Karriere machen, verdienen oftmals weniger als ihre männlichen Pendants auf der selben Hierarchieebene und Mütter, die auf der Karriereleiter nach oben wollen, kommen häufig keine Stufe weiter.

Aber dennoch sind wir eigentlich auf einem guten Weg – unsere Gesellschaft ist offener, ist multikulti, ist tolerant … aber: Ich denke, da geht noch mehr. Viel mehr… Es geht so leicht: Mach dich doch einfach mal für das große Ganze stark, für mehr Verbundenheit, für mehr Geschlossenheit bei kritischen Themen. Setz dich dafür ein, dass deine Nachbarin, die ein Kopftuch trägt, nicht ausgegrenzt wird. Fordere die innere Zusammengehörigkeit ein und: Lebe !
Das ist mein persönlicher Wunsch für den großen Tag der Deutschen Einheit, dem wir alle mit kleinen Schritten in unserem direkten Umfeld jeden Tag ein Stückchen näher kommen.

 

 

 

Was ich dir wünsche

 

Dass Du nur lachend durch’s Leben gehst, das wünsche ich Dir nicht.
Aber ich wünsche Dir, dass in Dir die verschiedensten Töne zum Klingen kommen: hohe und tiefe, laute und leise, schrille und sanfte und dass du immer im Einklang mit ihnen bist.
Ich wünsche Dir, dass Du die Dinge geduldig trägst, die Dir auferlegt sind, aber auch die Erkenntnis, dass Du nicht alles tragen musst, was Dir andere aufbürden, und dass man unnützen Ballast abwerden kann.
Ich wünsche Dir, dass du Dich nicht nur auf vorgegebenen, eingefahrenen Spuren bewegst, sondern Deine eigene Richtung suchst und findest. Jedes Hindernis birgt die Möglichkeit, neue Kräfte in Dir zu befreien.

Ich wünsche Dir, dass Du auch an Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, wächst.
Ich wünsche Dir, dass Dir immer bewusst ist, dass Du nicht alleine auf der Welt bist, dass Du anderen neidlos ihren Anteil zugestehen kannst und dass du selbst in Deinem Leben das bekommst, was Du brauchst.
Auch dass dein Lebensgefühl von Heiterkeit und Frohsinn bestimmt ist und Du dies auch ausstrahlst, das wünsche ich Dir, denn das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.
Ich wünsche Dir die Fähigkeit, kleine Dinge im Leben wahrzunehmen und Dich darüber zu freuen.
Ich wünsche Dir Freunde, die mit Dir an einem Strang ziehen und nicht nur bei Erfolg, sondern auch bei Misserfolg zu Dir stehen.

( Bild: Pixabay Text: Blogkarussell )